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Was ist Opensource?

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Open Source Software – auch für Unternehmen eine echte Alternative

Der Einsatz einer neuen Software bietet neben den Chancen, die ein neues Werkzeug mit sich bringt, auch zahlreiche Risiken. Denn neben der Einarbeitungszeit der Mitarbeiter, die in der betriebswirtschaftlichen Rechnung nicht fehlen darf, sind es eben auch die Kosten für die Anschaffung von Lizenzen und die laufende Wartung der Software selbst, die deutlich zu Buche schlagen. Hier kann Opensource Software helfen.

Teile der Kosten einer Software-Einführung lassen sich jedoch bereits im Vorhinein verhindern. Der Einsatz von Open Source Software senkt die Anschaffungskosten bzw. Lizenzkosten für Unternehmens-Software im Vorfeld praktisch auf null und ein Teil der Wartung erledigt durch die Opensource Community bereits von selbst. Doch was ist Opensource Software eigentlich – und worauf lässt sich ein Unternehmen ein, das solche Software verwendet?

Wie die Idee zu Opensource entstand

Das Logo der ersten OpenSource Software: Netscape

Das Logo der ersten OpenSource Software: Netscape

Open Source ist bei Software ein inzwischen gut 20 Jahre altes und sehr bewährtes Konzept. Damals stellte das Unternehmen Netscape sämtlichen Quellcode seines Browsers „Netscape“ öffentlich zur Verfügung. Grund hierfür war, dass der direkte Konkurrent Microsoft diesen inzwischen weitgehend vom Markt verdrängt hatte. Durch die Veröffentlichung gelang eine stetige Weiterentwicklung – der erfolgreiche Browser Mozilla Firefox basiert auf dem Quellcode von Netscape.

Schnell wurde deutlich, dass es sowohl Entwicklern als auch Nutzern enorme Vorteile bringen kann, wenn eine Software nicht nur von einem einzigen Unternehmen erdacht und umgesetzt wird. Waren bis dahin vor allem proprietäre Systeme im Einsatz, gerieten diese doch aufgrund der fortschreitenden Komplexität der IT immer wieder an ihre Grenzen. Die weitere Verbreitung der Idee von Open Source übernahm die Open Source initiative (OSI), die unter anderem vom Gründer des gleichnamigen Fachbuchverlags, Tim O’Reilly übernommen wurde.

Was Open Source Software ausmacht

Unabhängig davon, welchem Zweck eine Open Source Software dient, erfüllt sie immer drei grundsätzliche Standards:

– Der gesamte Quellcode der Software ist frei zugänglich und liegt in einer für Menschen lesbaren Form vor;

– Nutzung, Verbreitung und das Kopieren der Software unterliegen keinen Beschränkungen;

– Eine Veränderung der Software und die Verbreitung der veränderten Version ist ebenfalls gestattet;

Durch diese grundlegenden Gemeinsamkeiten entstehen deutliche Vorteile bei der Verwendung von Open Source Software. Zunächst ist es für zahlreiche Programmierer möglich, sich bis ins Detail mit einer Software zu befassen. Dadurch wird ihnen ermöglicht, die Software nicht nur in vollem Umfang zu verstehen, sondern sie auch um weitere wichtige Funktionen zu erweitern und diese Verbesserungen zu verbreiten. Somit steigt der Nutzwert einer Software deutlich an, ebenso ihre Akzeptanz bei privaten Anwendern und in der Wirtschaft.

 

Wie Open Source Software weiterentwickelt wird

Sowohl der Stand der Technik als auch die Ansprüche der Unternehmen an eine Software ändern sich im Lauf der Zeit. Damit eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Open Source Software gewährleistet ist, sind hierfür spezielle Entwicklungsbibliotheken entstanden. Die bekanntesten „Marktplätze“ für Opensource-Software sind etwa Github und Sourceforge.

Diese Websites bieten den organisatorischen Rahmen für Software-Entwickler, um reibungslos an der Weiterentwicklung eines umfangreichen Projekts teilzunehmen. Hier werden Wissen und Ressourcen geteilt, Entwicklungsvorhaben besprochen und koordiniert und die notwendigen Ressourcen mit der Öffentlichkeit geteilt. Selbstverständlich können sich hier auch alle Interessierten über diese Programme informieren und sie herunterladen.

Eine andere Möglichkeit der Weiterentwicklung ist die spezifische Entwicklung von zusätzlichen Komponenten für ein Unternehmen. Dies ergibt immer dann Sinn, wenn die Entwicklungskosten relativ niedrig gehalten werden sollen und deswegen bereits auf ein gut funktionierendes Basis-System zurückgegriffen werden kann.

Da viele Open Source-Programme sowohl eine große Akzeptanz unter Anwendern als auch eine breite Basis von Entwicklern aufweisen können, lassen sich so recht oft problemlos maßgeschneiderte Lösungen für den eigenen (Unternehmens-)Bedarf entwickeln.

Open Source ist nicht immer kostenlos

Auch wenn der grundsätzliche Quellcode einer Open Source Software kostenfrei erhältlich ist, gilt dies selbstverständlich nicht für jede Erweiterung oder gar alle Dienstleistungen, die mit der Open Source Software in Verbindung stehen. Ein Beispiel: Eines der wichtigsten in der Wirtschaft eingesetzten Content Management Systeme ist neben dem populären WordPress das Web-CMS  Typo3. Diese Open Source Software ist mit mehreren Hunderttausend Installationen weltweit auf Webservern im Einsatz. Das Programm dient zur Erstellung und Pflege umfangreicher Websites, sowohl für den Außenauftritt von Unternehmen als auch für zahlreiche Intranets.

Da Typo3 sehr komplex und höchst variabel im Einsatz ist, werden in den nutzenden Unternehmen immer auch Mitarbeiter auf das System geschult. Diese Schulungen finden oftmals durch zertifizierte Drittanbieter statt, die für die Lehrgänge entsprechende Gebühren erheben.

Ebenfalls gibt es für unterschiedliche Anwendungszwecke des Systems zahlreiche kostenpflichtige Plugins, um eine für den eigenen Bedarf maßgeschneiderte Lösung zu erhalten. Lizenzgebühren für den Betrieb von Typo3 selbst fallen jedoch nicht an.

Fertige – wenn auch kostenpflichtige – Module für WordPress oder Typo3 können etwa auf den Markplätzen von envato erworben werden.

Ein weiterer gewichtiger Vorteil von Open Source Software ist die Unabhängigkeit von einem einzelnen Unternehmen. Denn auch wenn der ursprüngliche Anbieter die Weiterentwicklung einstellt, steht der Quellcode dennoch zur Verfügung und kann von Dritten gepflegt und erweitert werden.

Open Source ist (fast) überall

Das Logo der Opensource Software PHP

Neben dem Browser Firefox und bekannten Marktgrößen wie WordPress oder Typo3 gibt es zahlreiche weitere Bereiche in der IT, wo Open Source Software in großem Umfang zum Einsatz kommt:

– Die meisten auf Linux basierenden Betriebssysteme wie Centos, Ubuntu und Debian oder FreeBSD

– Zahlreiche Programmiersprachen wie etwa Java, Java Script, php, Ruby oder Python

– Diverse Software-Bibliotheken wie das ZendFramework (php) oder NodeJS (Javascript)

– Viele Mailserver, beispielsweise postfix, exim oder sendmail

– Viele Firewalls wie etwa pfsense basieren auf Opensource Software

– Der am häufigsten verwendete Webserver Apache ist ebenfalls Open Source

– Mit ClamAV gibt es sogar eine Opensource Antivirus Software.

– Viele Spam-Beseitigungs-Dienste basieren auf OpenSouce Produkten wie etwa SpamAssasin

AngularJS ist ein Jaascript Framework

Firmen wie der Suchmaschinen-Gigant Google setzen schon lange auf OpenSource Software – in dem sie selbst Opensource nutzen oder in dem sie in Opensource Projekten mitarbeiten bzw. diese selbt anstossen (bspw. wie Angular JS – einem Javascript Framework)

Auch der weltweite Marktführer von Betriebssystemen und Desktop-Anwendungen – Microsoft – hat inzwischen festgestellt, dass die Verwendung proprietärer, also geschlossener Software nicht der einzige Weg ist, um erstklassige Software zu produzieren und aktuell zu halten. Zwar geht Microsoft nicht so weit, die wichtigsten Komponenten seines Kerngeschäfts als Open Source zur Verfügung zu stellen – aber auch hier gibt es inzwischen Programme, die als Shared Source veröffentlicht wurden und weiterentwickelt werden können.